Warum ich aufgehört habe, mich selbst zu motivieren
Es gibt Tage, da liebe ich Sport
und trotzdem sitze ich da und zögere.
Nicht, weil ich keine Lust habe.
Nicht, weil mir Bewegung egal ist.
Sondern weil der Moment zwischen Wollen und Anfangen manchmal schwer ist.
Und genau dort scheitern viele.
Nicht am Wissen, sondern am Start.
Wissen war nie mein Problem
Ich befasse mich durch Bücher viel mit mentaler und körperlichen Gesundheit –
über Bewegung, Selbstfürsorge, Training, Dehnung und mentale Gesundheit.
Ich weiß, dass Bewegung mich klarer macht.
Fitter, Stabiler, Gesünder und stressfreier.
Dieses Wissen hat sich festgesetzt.
So sehr, dass ich kaum noch Motivation brauche, um den Sinn dahinter zu verstehen.
Und trotzdem, jeder kennt es:
Manchmal braucht es einen zusätzlichen Impuls, um loszugehen.
Sich motivieren vs. sich anschieben
Motivation ist ein Gefühl.
Sie kommt und sie geht.
Sich anschieben ist eine Handlung.
Sie passiert auch dann, wenn das Gefühl fehlt.
In den Momenten, in denen ich zögere, sage ich mir keine großen Sätze.
Kein Drama.
Keine Selbstoptimierungsparolen. Kein Druck.
Eher nüchtern:
Jetzt anfangen.
Ein paar Minuten reichen.
Bewegung zuerst, dann chillen.
Manchmal hilft auch nur der Gedanke an ein Vorbild.
Nicht als Vergleich, sondern als Richtung.
Und oft reicht es, einfach loszugehen.
Denn sobald Bewegung da ist, folgt der Rest meist von selbst und man zieht sein Training durch.
Warum Motivation kein Fundament ist
Motivation kann man sich holen.
Kurzvideos. Eindrücke. Inspiration von außen.
Das funktioniert, aber nur für den Moment.
Ich habe gemerkt:
Wenn ich auf Motivation angewiesen bin,
bin ich abhängig von etwas, das nicht zuverlässig ist.
Also habe ich aufgehört, auf Motivation zu bauen
und angefangen, Strukturen aufzubauen.
Auf den Körper hören heißt nicht: nichts tun
Es gibt Tage, da wäre „Durchziehen“ falsch.
Nach einer Nachtschicht mache ich kein hartes Krafttraining.
Nicht aus Bequemlichkeit,
sondern aus Fürsorge, um den Körper nicht noch zusätzlich zu belasten.
Dann ist Bewegung anders:
leichter, ruhiger, stressreduzierend.
Auch das ist Disziplin.
Die 5-Sekunden-Regel als Startknopf
Die Regel von Mel Robbins hat mir geholfen, ins Handeln zu kommen.
Nicht als Lebensphilosophie, sondern als Überbrückung.
Zögern.
Aufstehen.
Ein paar Minuten anfangen.
Mehr braucht es oft nicht.
Aber irgendwann kam eine andere Frage.
Warum muss ich mich eigentlich ständig anschieben?
Das war mein Wendepunkt.
Wenn ich mich jeden Tag überwinden muss,
liegt das Problem nicht bei meinem Willen,
sondern bei meinem Aufbau.
Vergleiche habe ich an diesem Punkt bewusst gestrichen.
Nicht, weil sie verboten sind,
sondern weil sie Energie kosten.
Und Energie ist begrenzt.
Leitplanken statt täglicher Entscheidungen
Heute arbeite ich mit festen Rahmen, nicht mit Tageslaune.
Auf meinen Schichtplan und Alltag angepasst…
- 2× Krafttraining pro Woche
- 3 Stunden Cardio pro Woche
- regelmäßige Bewegung draußen
Diese Leitplanken habe ich mir nicht auf einmal gesetzt.
Ich habe sie langsam gefunden und auf die Signale meines Körpers geachtet.
Nicht durch Ehrgeiz,
sondern durch drei einfache Fragen:
- Ist das realistisch, auch an schlechten Tagen?
Nicht an perfekten, sondern dann, wenn der Kopf müde ist. - Nimmt mir diese Regel eine Entscheidung ab?
Oder zwingt sie mich jeden Tag neu zu diskutieren? - Gibt es eine Notfall-Version, wenn das Leben dazwischenkommt?
Ohne schlechtes Gewissen. Ohne Frust.
Wenn eine Regel diese drei Punkte erfüllt, entlastet sie.
Wenn nicht, erzeugt sie nur neuen Druck und Stress (den wir abbauen oder vermeiden wollen)
So baust du deine eigenen Leitplanken
Damit eine Regel dich wirklich trägt, darf sie kein neuer Stressfaktor sein.
Sonst ersetzt du nur das alte Grübeln durch neue Selbstvorwürfe.
Ein konkretes Beispiel:
Statt mir vorzunehmen, „öfter zu trainieren“,
lautet meine Leitplanke:
Dienstag ist Sporttag.
Nicht mehr.
Kein Ziel.
Keine Zahl.
Und wenn das Meeting länger dauert, der Tag kippt
oder das Studio plötzlich zu weit weg ist,
greift die Notfall-Version:
15 Minuten Dehnen im Wohnzimmer.
Das Ziel Bewegung bleibt erfüllt.
Ich gehe nicht mit Frust ins Bett,
sondern mit dem Gefühl, den Tag nicht aus der Hand gegeben zu haben.
So entstehen Systeme, die bleiben.
Nicht weil sie perfekt sind,
sondern weil sie auch dann funktionieren,
wenn der Tag es nicht tut.
Ich bin nicht motivierter geworden – nur klarer
Ich gehe Schritt für Schritt
.
Klein aber konstant.
Nicht maximal.
Nicht perfekt.
Aber zuverlässig.
Und genau das trägt mich durch chaotische Tage.
Niemand wird dich abholen
Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt.
Keinen äußeren Retter.
Keine dauerhafte Motivation.
Wenn du etwas ändern willst, brauchst du vor allem Klarheit:
Warum willst du das?
Was soll sich verändern?
Welche Form passt zu deinem Leben?
Wenn du dein „Warum“ noch nicht gefunden hast, wird Motivation dein ewiger Begleiter bleiben.
Wofür KapitalMind da ist
KapitalMind hilft nicht beim Motivieren.
Sondern beim Bauen von Leitplanken, System, Routinen und Low-Energy-Entscheidungen.
Für Bewegung.
Für Entscheidungen.
Für Tage, an denen der Kopf müde ist.
Nicht für perfekte Routinen.
Sondern für Systeme, die auch dann tragen,
wenn du es gerade nicht perfekt kannst.
Folgende Bücher haben mir die Augen, bezüglich körperlicher und mentaler Gesundheit bei hohem Alltagsstress, geöffnet: Outlive – Wie wir länger und besser leben können, als wir denken* und Stärker als der Stress – Dein Weg zu Resilienz*
Viele Grüße
Stefan | KapitalMind