Einfach erklärt aus Sicht eines Schichtarbeiters
Stell dir vor, du kommst nach einer Frühschicht oder direkt nach der Nachtschicht in den Supermarkt. Der Kopf ist müde, der Körper läuft noch irgendwie, weil er halt muss.
Du legst Brot, Tomaten und Kaffee aufs Band, ziehst am Ende deine Karte durch, hältst dein Smartphone oder ein paar Scheine hin.
Der Supermarkt nimmt sie an, bedankt sich und fertig.
Ein ganz normaler Tauschhandel von Geld zu Ware.
Wenn man ehrlich ist, ist das eigentlich verrückt.
Denn das, womit du da bezahlst, ist entweder nur eine Zahl auf einem Bildschirm oder ein Stück Papier und ein paar Münzen, die an sich keinen wirklichen Wert haben.
Und trotzdem funktioniert dieses System jeden einzelnen Tag reibungslos.
Was ist Geld wirklich?
Geld ist vor allem Vertrauen und eine gemeinsame Vorstellung
Irgendwann fing ich an, mich zu hinterfragen, was man da eigentlich tut.
Was bekomme ich wirklich für meine Arbeitszeit? Für meine Leistung? Für die Stunden meines Lebens, die ich gegen Geld tausche?
Am Ende läuft es immer gleich ab:
Du arbeitest für jemanden, oder du bist selbstständig und bekommst dafür Geld in digitaler Form auf dein digitales Konto.
Zahlen, die mit nichts Greifbarem abgesichert sind. Hebst du sie bar ab, bestehen sie aus Papier oder Metall. Der Wert entsteht erst dadurch, dass wir Menschen uns darauf geeinigt haben, diesen Dingen Wert zuzuschreiben.
Geld ist kein Ding.
Geld ist eine Idee.
Und diese Idee funktioniert nur, weil wir alle daran glauben.
Gerade im Schichtdienst wird einem das besonders bewusst. Du tauschst nicht nur Zeit gegen Geld, sondern oft auch Schlaf, Energie, Wochenenden und Feiertage. Und trotzdem vertraust du darauf, dass diese Zahlen am Monatsende irgendetwas bedeuten.
Wenn Sparen plötzlich keinen Sinn mehr ergibt
Dieser Gedanke hat bei mir etwas ausgelöst.
Mir wurde klar, dass Geld, das einfach nur auf einem Sparbuch oder Sparkonto liegt, nicht sicher ist, sondern dazu noch an Wert verliert. Inflation frisst langsam deine Kaufkraft und das sehr zuverlässig.
Zumindest, wenn es keine Zinsen auf das Geld gibt, die die Inflation ausgleichen würden.
Also stellte sich mir die Frage:
Warum tausche ich meine Lebenszeit gegen Geld, das später weniger wert ist?
Ab da an wurde mir erst wirklich klar:
Mein erwirtschaftetes Geld muss in etwas fließen, wo wirklich Substanz dahinter steht. In Werte, nicht nur in Zahlen.
Das war der Punkt, an dem meine Reise begonnen hat.
Ich habe das Lesen früher gehasst. Wirklich. Selbst in der Schule.
Bis etwa 2021/2022 habe ich kaum ein Buch angerührt.
Dann aber kam der Tag, an dem ich dachte: so geht es nicht weiter.
Ich habe mich entschlossen mit einfachen Finanz Büchern anzufangen, die jeder Anfänger erstmal versteht. Später kamen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung, Mindset und Gesundheit dazu.
Alles Themen, die Schichtarbeiter direkt betreffen, auch wenn kaum jemand sie genau so anspricht.
Geld ist gespeicherte Lebenszeit
Seit 2017 arbeite ich im Schichtdienst.
Ich habe relativ gut verdient und war damals 23 Jahre jung.
Ich konnte viel Geld sparen. Zumindest theoretisch.
In der Realität habe ich über mehrere Jahre hinweg einen großen Teil davon für Unsinn ausgegeben: Feiern, unnötigen Konsum, Dinge, an die ich mich heute kaum noch erinnere oder keinen wirklichen Wert mehr haben.
Rückblickend waren es rund 18.000 Euro, die einfach verpufft waren.
Klar, die Zeit war schön aber das Geld hätte man wirklich bewusster ausgeben können.
Damals kam der Funke:
Ich muss mein Geld strukturieren.
Ich muss es automatisieren.
Und ich brauche ein System, das mich zuerst bezahlt, bevor der Konsum an der Reihe ist.
Denn im Schichtdienst ist eines klar.
Deine Zeit ist begrenzt. Deine Energie auch.
Es gibt und gab viele Tage, an denen ich arbeiten muss, während Familie oder enge Freunde feiern. Feiertage, Geburtstage, Treffen – und die Partnerin geht alleine hin. Auch das ist Teil des Tauschs.
Geld ist ein Versprechen und ein Ticket
Wenn man Geld auf seinen Kern reduziert, bleibt eine einfache Wahrheit.
Geld ist ein Versprechen.
Es funktioniert, weil wir darauf vertrauen, dass andere Menschen es akzeptieren. Staaten und Zentralbanken versuchen, dieses Vertrauen zu stabilisieren, aber am Ende lebt Geld davon, dass wir es im Alltag benutzen.
Ich erkläre es mir gerne so:
Geld ist wie ein Ticket.
Das Ticket selbst ist wertlos, aber es verschafft dir Zugang. Nicht zu einem Theaterstück wie bei dem Ticket, sondern zu Gütern, Dienstleistungen und Möglichkeiten.
Für Schichtarbeiter ist dieses Ticket besonders entscheidend.
Es bestimmt, ob sich zusätzliche Schichten lohnen. Ob Überstunden sinnvoll sind. Oder ob Erholung gerade wertvoller ist als ein paar Euro mehr.
Die drei Funktionen von Geld – was ist Geld wirklich?
Geld als Tauschmittel
Früher wurde das getauscht, was man anbieten konnte, für Dinge, die man gerne hätte.
Beispiel: Ich habe ein Kartoffelfeld und möchte meine Kartoffeln gegen neue Schuhe tauschen.
Das heißt, du brauchst erstmal jemanden, der dir Schuhe anbietet und zudem deine Kartoffeln benötigt.
Geld macht dein Leben planbar.
Du musst nicht jemanden finden, der genau das will, was du anbietest. Du arbeitest und kannst überall tauschen.
Gerade bei wechselnden Schichten ist diese Planbarkeit keine Selbstverständlichkeit.
Geld als Wertaufbewahrung
Du arbeitest heute und willst, dass deine Leistung morgen noch etwas wert ist.
Oben haben wir schon besprochen, unser Geld hat keinen gedeckten Wert mehr.
Damals schon, denn jeder Schein, jede Münze war hinterlegt mit Gold, welches sicher aufbewahrt wurde. So stelle man sicher, dass das Geld einen wirklichen gedeckten Wert hat.
Inflation wirkt hier wie ein schleichendes Leck. Wer das ignoriert, verliert Kaufkraft und das oft unbemerkt.
Gerade im Schichtdienst sind Rücklagen keine Kür, sondern Sicherheit. Bedenke dabei auch immer die gesundheitlichen Folgen auf Dauer.
Geld als Recheneinheit
Geld ist eine gemeinsame Sprache.
Es hilft dir im Wesentlichen zu vergleichen und irgendwann rechnest du nicht mehr nur in Euro, sondern in Lebenszeit.
Im Schichtdienst ist diese Rechnung brutal ehrlich.
Geld, Währung und Kaufkraft
Viele Diskussionen werden unnötig kompliziert, weil diese Begriffe durcheinandergeraten.
Geld ist die Idee.
Währung ist die Form, zum Beispiel Euro oder Dollar.
Kaufkraft ist das, was du dir real leisten kannst.
Wenn du heute für zehn Euro weniger bekommst als früher, liegt das nicht an der Zahl, sondern an der sinkenden Kaufkraft.
Und steigende Preise treffen Schichtarbeiter oft härter, weil sie auf einen ohnehin fordernden Alltag treffen. Da kann die Rechnung des nächsten Einkaufs, dein Stresslevel zusätzlich anheben.
Drei Erkenntnisse, die mir viel früher geholfen hätten
Erstens:
Sparen bedeutet nicht, Geld anzuhäufen, sondern Kaufkraft zu erhalten oder zu vermehren.
Zweitens:
Preise sind nie nur Zahlen. Sie zeigen, wie viel Lebenszeit du dafür eintauscht.
Drittens:
Gute finanzielle Entscheidungen brauchen kein Fachwissen, sondern Verständnis.
Auf KapitalMind wirst du Schritt für Schritt dein Finanzchaos in den Griff bekommen.
Lerne aus meinen Fehlern und Erfahrungen als Schichtarbeiter.
Geld regiert nicht die Welt
Vertrauen regiert das Geld
Geld ist kein Naturgesetz. Es ist ein Abkommen, das wir jeden Tag erneuern.
Es erleichtert Tausch, speichert Arbeit und macht Preise vergleichbar.
Für mich als Schichtarbeiter ist dieses Verständnis kein theoretisches Wissen, sondern ein Werkzeug, um bewusster mit Zeit, Energie und Entscheidungen umzugehen.
Ausblick
Unser Geldsystem verändert sich.
Digitale Währungen, neue Technologien und künstliche Intelligenz stellen alte Versprechen infrage.
Die entscheidende Frage bleibt:
Wem vertrauen wir und warum?
Darüber lohnt es sich weiter zu sprechen.
KapitalMind ist für mich der Versuch, genau dieses Verständnis von Geld für Menschen im Schichtdienst greifbar zu machen – ruhig, ehrlich und ohne Finanz-Gurus.
Schau dir doch mal die Bücher *an, die mir geholfen haben, das Schichtleben zu meistern.
Falls du jetzt noch offene Fragen hast, schreib mir per E-Mail oder guck dich mal auf der Internetseite der Bundesbank um.
Stefan | KapitalMind